Bedingungen für die Ausführungen von Arbeiten an Kraftfahrzeugen, Anhängern, Aggregaten und deren Teilen und für Kostenvoranschläge Unverbindliche Empfehlung des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK) Stand: 03/2008 Kfz-Reparaturbedingungen

1. Auftragserteilung

 

1. Im Auftragsschein oder in einem Bestätigungsschreiben sind die zu er-

bringenden Leistungen zu bezeichnen und der voraussichtliche oder ver-

bindliche Fertigstellungstermin anzugeben.

2. Der Auftraggeber erhält eine Durchschrift des Auftragsscheins.

3. Der Auftrag ermächtigt den Auftragnehmer, Unteraufträge zu erteilen

und Probefahrten sowie Überführungsfahrten durchzuführen.

II.

Preisangaben im Auftragsschein; Kostenvoranschlag

1. Auf Verlangen des Auftraggebers vermerkt der Auftragnehmer im Auf-

tragsschein auch die Preise, die bei der Durchführung des Auftrags vor-

aussichtlich zum Ansatz kommen.

Preisangaben im Auftragsschein können auch durch Verweisung auf die

in Frage kommenden Positionen der beim Auftragnehmer ausliegenden

Preis- und Arbeitswertkataloge erfolgen.

2. Wünscht der Auftraggeber eine verbindliche Preisangabe, so bedarf es

eines schriftlichen Kostenvoranschlages; in diesem sind die Arbeiten und

Ersatzteile jeweils im Einzelnen aufzuführen und mit dem jeweiligen Preis

zu versehen. Der Auftragnehmer ist an diesen Kostenvoranschlag bis zum

Ablauf von 3 Wochen nach seiner Abgabe gebunden.

Die zur Abgabe eines Kostenvoranschlags erbrachten Leistungen kön-

nen dem Auftraggeber berechnet werden, wenn dies im Einzelfall ver-

einbart ist.

Wird aufgrund des Kostenvoranschlages ein Auftrag erteilt, so werden

etwaige Kosten für den Kostenvoranschlag mit der Auftragsrechnung

verrechnet und der Gesamtpreis darf bei der Berechnung des Auftrags

nur mit Zustimmung des Auftraggebers überschritten werden.

3. Wenn im Auftragsschein Preisangaben enthalten sind, muss ebenso wie

beim Kostenvoranschlag die Umsatzsteuer angegeben werden.

III.

Fertigstellung

1. Der Auftragnehmer ist verpflichtet, einen schriftlich als verbindlich be-

zeichneten Fertigstellungstermin einzuhalten. Ändert oder erweitert sich

der Arbeitsumfang gegenüber dem ursprünglichen Auftrag, und tritt

dadurch eine Verzögerung ein, dann hat der Auftragnehmer unverzüg-

lich unter Angabe der Gründe einen neuen Fertigstellungstermin zu nen-

nen.

2. Hält der Auftragnehmer bei Aufträgen, welche die Instandsetzung eines

Kraftfahrzeuges zum Gegenstand haben, einen schriftlich verbindlich

zugesagten Fertigstellungstermin länger als 24 Stunden schuldhaft nicht

ein, so hat der Auftragnehmer nach seiner Wahl dem Auftraggeber ein

möglichst gleichwertiges Ersatzfahrzeug nach den jeweils hierfür gülti-

gen Bedingungen des Auftragnehmers kostenlos zur Verfügung zu stel-

len oder 80% der Kosten für eine tatsächliche Inanspruchnahme eines

möglichst gleichwertigen Mietfahrzeuges zu erstatten. Der Auftragge-

ber hat das Ersatz- oder Mietfahrzeug nach Meldung der Fertigstellung

des Auftragsgegenstandes unverzüglich zurückzugeben; weitergehen-

der Verzugsschadensersatz ist ausgeschlossen-, außer in Fällen von Vor-

satz oder grober Fahrlässigkeit. Der Auftragnehmer ist auch für die wäh-

rend des Verzugs durch Zufall eintretende Unmöglichkeit der Leistung

verantwortlich, es sei denn, dass der Schaden auch bei rechtzeitiger Leis-

tung eingetreten sein würde.

Bei gewerblich genutzten Fahrzeugen kann der Auftragnehmer statt der

Zurverfügungstellung eines Ersatzfahrzeugs oder der Übernahme von

Mietwagenkosten den durch die verzögerte Fertigstellung entstandenen

Verdienstausfall ersetzen.

3. Wenn der Auftragnehmer den Fertigstellungstermin infolge höherer Ge-

walt oder Betriebsstörungen ohne eigenes Verschulden nicht einhalten

kann, besteht auf Grund hierdurch bedingter Verzögerungen keine Ver-

pflichtung zum Schadensersatz, insbesondere auch nicht zur Stellung

eines Ersatzfahrzeuges oder zur Erstattung von Kosten für die tatsächli-

che Inanspruchnahme eines Mietfahrzeuges. Der Auftragnehmer ist je-

doch verpflichtet, den Auftraggeber über die Verzögerungen zu unter-

richten, soweit dies möglich und zumutbar

ist.

IV.

Abnahme

1. Die Abnahme des Auftragsgegenstandes durch den Auftraggeber erfolgt

im Betrieb des Auftragnehmers, soweit nichts anderes vereinbart ist.

2. Der Auftraggeber ist verpflichtet, den Auftragsgegenstand innerhalb von

1 Woche ab Zugang der Fertigstellungsanzeige und Aushändigung oder

Übersendung der Rechnung abzuholen. Im Falle der Nichtabnahme kann

der Auftragnehmer von seinen gesetzlichen Rechten Gebrauch machen.

Bei Reparaturarbeiten, die innerhalb eines Arbeitstages ausgeführt wer-

den, verkürzt sich die Frist auf 2 Arbeitstage.

3. Bei Abnahmeverzug kann der Auftragnehmer die ortsübliche Auf-

bewahrungsgebühr berechnen. Der Auftragsgegenstand kann nach Er-

messen des Auftragnehmers auch anderweitig aufbewahrt werden. Kos-

ten und Gefahren der Aufbewahrung gehen zu Lasten des Auftragge-

bers.

V. Berechnung des Auftrages

1. In der Rechnung sind Preise oder Preisfaktoren für jede technisch in sich

abgeschlossene Arbeitsleistung sowie für verwendete Ersatzteile und Ma-

terialien jeweils gesondert auszuweisen.

Wünscht der Auftraggeber Abholung oder Zustellung des Auftrags-

gegenstandes, erfolgen diese auf seine Rechnung und Gefahr. Die Haf-

tung bei Verschulden bleibt unberührt.

2. Wird der Auftrag aufgrund eines verbindlichen Kostenvoranschlages aus-

geführt, so genügt eine Bezugnahme auf den Kostenvoranschlag, wobei

lediglich zusätzliche Arbeiten besonders aufzuführen sind.

3. Die Berechnung des Tauschpreises im Tauschverfahren setzt voraus, dass

das ausgebaute Aggregat oder Teil dem Lieferumfang des Ersatzaggregats

oder -teils entspricht und dass es keinen Schaden aufweist, der die Wieder-

aufbereitung unmöglich macht.

4. Die Umsatzsteuer geht zu Lasten des Auftraggebers.

5. Eine etwaige Berichtigung der Rechnung muss seitens des Auftragneh-

mers, ebenso wie eine Beanstandung seitens des Auftraggebers,

spätestens 6 Wochen nach Zugang der Rechnung erfolgen.

Vl.

Zahlung

1. Der Rechnungsbetrag und Preise für Nebenleistungen sind bei Abnahme

des Auftragsgegenstandes und Aushändigung oder Übersendung der

Rechnung zur Zahlung in bar fällig, spätestens jedoch innerhalb 1 Wo-

che nach Meldung der Fertigstellung und Aushändigung oder Übersen-

dung der Rechnung.

2. Gegen Ansprüche des Auftragnehmers kann der Besteller nur dann auf-

rechnen, wenn die Gegenforderung des Bestellers unbestritten ist oder

ein rechtskräftiger Titel vorliegt; ein Zurückbehaltungsrecht kann er nur

geltend machen, soweit es auf Ansprüchen aus dem Auftrag beruht.

Der Auftragnehmer ist berechtigt, bei Auftragserteilung eine angemes-

sene Vorauszahlung zu verlangen.

 

Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten an Kraftfahrzeugen,

 

Dem Auftragnehmer steht wegen seiner Forderung aus dem Auftrag ein

vertragliches Pfandrecht an den aufgrund des Auftrages in seinen Besitz

gelangten Gegenständen zu.

Das vertragliche Pfandrecht kann auch wegen Forderungen aus früher

durchgeführten Arbeiten, Ersatzteillieferungen und sonstigen Leistungen

geltend gemacht werden, soweit sie mit dem Auftragsgegenstand in

Zusammenhang stehen. Für sonstige Ansprüche aus der Geschäftsver-

bindung gilt das vertragliche Pfandrecht nur, soweit diese unbestritten

sind oder ein rechtskräftiger Titel vorliegt und der Auftragsgegenstand

dem Auftraggeber gehört.

Vlll. Sachmangel

1. Ansprüche des Auftraggebers wegen Sachmängeln verjähren in einem

Jahr ab Abnahme des Auftragsgegenstandes. Nimmt der Auftraggeber

den Auftragsgegenstand trotz Kenntnis eines Mangels ab, stehen ihm

Sachmängelansprüche nur zu, wenn er sich diese bei Abnahme vorbe-

hält.

2. Ist Gegenstand des Auftrags die Lieferung herzustellender oder zu er-

zeugender beweglicher Sachen und ist der Auftraggeber eine juristische

Person des öffentlichen Rechts, ein öffentlich-rechtliches Sondervermögen

oder ein Unternehmer, der bei Abschluss des Vertrages in Ausübung sei-

ner gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt, ver-

jähren Ansprüche des Auftraggebers wegen Sachmängeln in einem Jahr

ab Ablieferung. Für andere Auftraggeber (Verbraucher) gelten in diesem

Fall die gesetzlichen Bestimmungen.

3. Weitergehende Ansprüche bleiben unberührt, soweit der Auftragnehmer

aufgrund Gesetz zwingend haftet oder etwas anderes vereinbart wird,

insbesondere im Falle der Übernahme einer Garantie.

4. Ansprüche wegen Sachmängeln hat der Auftraggeber beim Auftragneh-

mer geltend zu machen; bei mündlichen Anzeigen händigt der Auftrag-

nehmer dem Auftraggeber eine schriftliche Bestätigung über den Ein-

gang der Anzeige aus.

5. Wird der Auftragsgegenstand wegen eines Sachmangels betriebsunfähig,

kann sich der Auftraggeber mit vorheriger Zustimmung des Auftragneh-

mers an einen anderen Kfz-Meisterbetrieb wenden. In diesem Fall hat

der Auftraggeber in den Auftragsschein aufnehmen zu lassen, dass es

sich um die Durchführung einer Mängelbeseitigung des Auftragnehmers

handelt und dass diesem ausgebaute Teile während einer angemesse-

nen Frist zur Verfügung zu halten sind. Der Auftragnehmer ist zur Erstat-

tung der dem Auftraggeber nachweislich entstandenen Reparaturkosten

verpflichtet.

6. Im Falle der Nachbesserung kann der Auftraggeber für die zur Mängel-

beseitigung eingebauten Teile bis zum Ablauf der Verjährungsfrist des

Auftraggegenstandes Sachmängelansprüche aufgrund des Auftrags gel-

tend machen.

Ersetzte Teile werden Eigentum des Auftragnehmers.

7. Abschnitt VIII Sachmangel gilt nicht für Ansprüche auf Schadensersatz;

für diese Ansprüche gilt Abschnitt IX Haftung.

IX.

Haftung

1. Hat der Auftragnehmer nach den gesetzlichen Bestimmungen für einen

Schaden aufzukommen, der leicht fahrlässig verursacht wurde, so haftet

der Auftragnehmer beschränkt:

Die Haftung besteht nur bei Verletzung vertragswesentlicher Pflichten,

etwa solcher, die der Auftrag dem Auftragnehmer nach seinem Inhalt

und Zweck gerade auferlegen will oder deren Erfüllung die ordnungsge-Dem Auftragnehmer

teht wegen seiner Forderung aus dem Auftrag ein

!!br0ken!!

mäße Durchführung des Auftrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren

Einhaltung der Auftraggeber regelmäßig vertraut und vertrauen darf. Die

Haftung ist auf den bei Vertragsabschluss vorhersehbaren typischen Scha-

den begrenzt. Soweit der Schaden durch eine vom Auftraggeber für den

betreffenden Schadenfall abgeschlossene Versicherung (ausgenommen

Summenversicherung) gedeckt ist, haftet der Auftragnehmer nur für et-

waige damit verbundene Nachteile des Auftraggebers, z.B. höhere Versi-

cherungsprämien oder Zinsnachteile bis zur Schadenregulierung durch

die Versicherung. Die Haftung für den Verlust von Geld und Wertsachen

jeglicher Art, die nicht ausdrücklich in Verwahrung genommen sind, ist

ausgeschlossen.

Ist der Auftraggeber eine juristische Person des öffentlichen Rechts, ein

öffentlich-rechtliches Sondervermögen oder ein Unternehmer, der bei Auf-

tragserteilung in Ausübung seiner gewerblichen oder selbständigen be-

ruflichen Tätigkeit handelt, und werden nach Ablauf eines Jahres nach

Abnahme oder – bei Lieferungen herzustellender oder zu erzeugender

beweglicher Sachen – nach Ablieferung des Auftraggegenstandes

Schadensersatzansprüche wegen Sachmängeln geltend gemacht, gilt

Folgendes: Die vorstehende Haftungsbegrenzung gilt auch für einen Scha-

den, der grob fahrlässig verursacht wurde, nicht aber bei grob fahrlässi-

ger Verursachung durch gesetzliche Vertreter oder leitende Angestellte

des Auftragnehmers, ferner nicht für einen grob fahrlässig verursachten

Schaden, der durch eine vom Auftraggeber für den betreffenden Schaden-

fall abgeschlossene Versicherung abgedeckt ist.

2. Unabhängig von einem Verschulden des Auftragnehmers bleibt eine et-

waige Haftung des Auftragnehmers bei arglistigem Verschweigen des

Mangels, aus der Übernahme einer Garantie oder eines Beschaffungs-

risikos und nach dem Produkthaftungsgesetz unberührt.

3. Ausgeschlossen ist die persönliche Haftung der gesetzlichen Vertreter,

Erfüllungsgehilfen und Betriebsangehörigen des Auftragnehmers für von

ihnen durch leichte Fahrlässigkeit verursachte Schäden. Für von ihnen

mit Ausnahme der gesetzlichen Vertreter und leitenden Angestellten durch

grobe Fahrlässigkeit verursachte Schäden gilt die diesbezüglich für den

Auftragnehmer geregelte Haftungsbeschränkung entsprechend.

4. Die Haftungsbeschränkungen dieses Abschnitts gelten nicht bei Verlet-

zung von Leben, Körper und Gesundheit.

X.

Eigentumsvorbehalt

Soweit eingebaute Zubehör-, Ersatzteile und Aggregate nicht wesentli-

che Bestandteile des Auftragsgegenstandes geworden sind, behält sich

der Auftragnehmer das Eigentum daran bis zur vollständigen unanfecht-

baren Bezahlung vor.

Xl.

Schiedsstelle (Schiedsverfahren)

(Gilt nur für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von nicht

mehr als 3,5t)

1. Ist der Betrieb Mitglied der örtlich zuständigen Innung des Kraftfahrzeug-

handwerks kann der Auftraggeber bei Streitigkeiten aus diesem Auftrag

oder – mit dessen Einverständnis – der Auftragnehmer die für den Auf-

tragnehmer zuständige Schiedsstelle des Kraftfahrzeughandwerks oder

-gewerbes anrufen. Die Anrufung muss schriftlich unverzüglich nach

Kenntnis des Streitpunktes erfolgen.

2. Durch die Entscheidung der Schiedsstelle wird der Rechtsweg nicht aus-

geschlossen.

3. Durch die Anrufung der Schiedsstelle ist die Verjährung für die Dauer des

Verfahrens gehemmt.

4. Das Verfahren vor der Schiedsstelle richtet sich nach deren Geschäfts-

und Verfahrensordnung, die den Parteien auf Verlangen von der Schieds-

stelle ausgehändigt wird.

5. Die Anrufung der Schiedsstelle ist ausgeschlossen, wenn bereits der

Rechtsweg beschritten ist. Wird der Rechtsweg während eines Schieds-

stellenverfahrens beschritten, stellt die Schiedsstelle ihre Tätigkeit ein.

6. Für die Inanspruchnahme der Schiedsstelle werden Kosten nicht erho-

ben.

Xll. Gerichtsstand

Für sämtliche gegenwärtigen und zukünftigen Ansprüche aus der Ge-

schäftsverbindung mit Kaufleuten einschließlich Wechsel- und Scheck-

forderungen ist ausschließlicher Gerichtsstand der Sitz des Auftragneh-

mers. Der gleiche Gerichtsstand gilt, wenn der Auftraggeber keinen all-

gemeinen Gerichtsstand im Inland hat, nach Vertragsabschluss seinen

Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort aus dem Inland verlegt oder

sein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthaltsort zum Zeitpunkt

 

 

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